Ich habe ein neues Hobby begonnen. Sei November 2003 versuche ich mich im Golf. Weiter unten ist das "Tagebuch" zum meinem Golf Crash-Kursus zu finden. Ausserdem halte ich Euch unter Aktuelles auf dem Laufenden, sobald ich Fortschritte mache.
(chronologisch absteigende Reihenfolge!)
Seit ich in Hamburg arbeite komme ich leider nicht mehr dazu Golf zu spielen. Ich habe mir eine Driving-Range rausgesucht, auf der ich aber wieder üben werde.
Zum ersten mal habe ich jetzt mein Handicap übertreffen können. Für die Insider unter Euch, auf den ersten 9 Loch habe ich 25 Stableford-Netto-Punkte erspielt. Die zweiten 9 Loch liefen dann mit 16 Punkten wieder recht durchschnittlich (letztes Loch abgebrochen). Insgesamt bedeutet das eine Verbesserung des Handicaps auf 34,5 (sobald ich die Scorecard nach England geschickt habe). Hauptgrund dieser Verbesserung war wohl die geänderte Trainingsmethode auf der Driving Range. Nachdem meine Abschläge mit den Eisen recht konstant kommen (mit den Hölzern leider noch nicht), habe ich die Fairway-Schläge (also Schläge direkt vom Rasen, ohne Tee) trainiert. Auf dem Platz scheine ich mir mit diesen Schlägen die meisten Probleme eingehandelt zu haben. Ich werde jetzt auch weiterhin mehr auf der Driving Range trainieren und die Kurzplatz Runden etwas einschränken. Für den Sommer habe ich mit überlegt ein paar Tage in einem Golfhotel zu verbringen - Golf pur.
Ich habe mich mal mit den Regelwerken beschäftigt und mich informiert, wie das Handicap eigentlich richtig berechnet wird. Die Formeln und Tabellen dafür deuten darauf hin, dass viel zu viel Mathematiker Golf spielen. Bislang war ich der Meinung, dass das Handicap (auch Stammvorgabe genannt) die Anzahl der Schläge ist, die man über PAR brauchen darf. Jetzt erweist sich dieser Wert lediglich als Messzahl für die Spielstärke und Berechnungsgrundlage für die SPIEL-Vorgabe. In die Formel für die Berechnung der Spielvorgabe kommen dann noch die Variablen Slope-Wert und Course-Rating dazu (Platzabhängig). Heraus kommt dann ein ganzzahliger Wert, der sich teilweise (je nach Platz) vom eigentlichen Handicap unterscheiden kann. Bei meiner Stammvorgabe von 36 kam z.B. eine Spielvorgabe von 41 raus. Diese Anzahl Schläge wird nun auf die 18 Löcher verteilt (Reihenfolge der Verteilung wieder platzabhängig). Diese Schläge sind Vorgabeschläge und man zieht diese von seiner gespielten Schlagzahl ab. Die Stableford Punkte ergeben sich dann aus dieser Zahl. Kommt PAR raus, gibt es für dieses Loch 2 Punkte. Mehr Punkte wenn man besser spielt, bis zu null Punkten wenn man schlechter spielt. Hat man an jedem Loch also 2 Stableford-Punkte, hat man genau sein Handicap erspielt. Wenn man mehr Punkte als 36 erreicht, so wird anhand einer Tabelle die Verbesserung des Handicaps berechnet. So, das war jetzt die Kurzzusammenfassung von etwa 30 Seiten Regeln. Normalerweise wird das alles von Computern berechnet wenn ein Turnier veranstaltet wird, anderenfalls ist man ein paar Minuten mit der Rechnerei beschäftigt.
Es ist ja langsam Sommer geworden und daher versuche ich auch so oft wie möglich zu üben. Mein Kurzspiel hat sich durch die vielen Runden auf dem Kurzplatz stark verbessert. Dafür ist mein Abschlag wieder schlechter geworden. Die Richtung habe ich langsam wieder im Griff, mit der rechten Schulter komme ich allerdings während dem Schwung nach oben. Ein bekannter und verbreiteter Fehler - das heißt üben üben üben. Auf ein paar Runden konnte ich sogar schon mal mit meinem Handicap mithalten, alles in allem werde ich aber noch nicht an einem Turnier teilnehmen.
Mittlerweile habe ich mein Handicap auf 36 gesteigert (das steht jetzt zumindest auf dem Golf Ausweis). Diese Zahl ist zur Zeit aber stark Tagesfom abhängig. Der Golfclub in Gleidingen ist zur Zeit im Umbau, daher kann man dort gerade nur schlecht trainieren. Ich werde, sofern das Wetter mitmacht, aber jetzt versuchen öfter zu spielen.
Nach einigem üben und zahlreichen Stunden auf dem günstigeren Kurzplatz bin ich langsam auf einem annehmbaren Stand. Ich brauche mich auf jeden Fall nicht auf dem Platz zu schämen. Ok, ab und zu geht ein Ball mal daneben, aber da bin ich glaube nicht allein. Nach einer Privatstunde zum Thema "Was läuft bei meinem Schwung schief?" fliegen die Bälle jetzt wenigstens gerade und meißt in die gewünschte Richtung. Sobald das Wetter wieder etwas besser wird, werde ich wohl mal wieder einen Tag auf dem Langplatz spendieren.
Mittlerweile habe ich mir eine Golf-Ausrüstung zugelegt. Meine Wahl ist dabei auf einen Schlägersatz der Firma Longridge gefallen. Ich habe mit Billy (siehe Golfkurs) darüber gesprochen und anscheinend kann man da als Anfänger noch nicht viel falsch machen. Bei meiner Körpergröße war es nicht so einfach einen geeigneten Satz Schläger zu finden. Schon ab ca. 1,85m sollte man prüfen, ob man einen verlängerten Schlägersatz kaufen sollte. Das vermessen kann in Fachgeschäften oder beim Pro gemacht werden. Ich habe auf jeden Fall einen günstigen Satz Schläger bei www.golfas.de gefunden, der um 1 inch verlängert werden konnte. Leider sind die Gummigriffe nicht anständig verklebt worden, das habe ich jetzt nachträglich selbst gemacht.
Bei der Tasche habe ich den "sportlichen" Typ raushängen lassen. Man kann ja seine Schlägertasche auf einem kleinen Wagen (Trolley) hinter sich her ziehen, oder mit einem Gurt selbst tragen. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, da man wesentlich flexibler ist. Die Tasche habe ich bei www.all4golf.de gefunden, eine Nike Tasche, die gerade im Angebot war.
Bälle habe ich bei www.lakeballs.de über eBay ersteigert. Zur Info: Lakeballs werden gebrauchte Bälle bezeichnet, die auf den Golfplätzen aus den diversen Seen gefischt werden. Taucher können ganz schön Geld dabei verdienen, die zahlreichen Bälle vom Grund der Seen zu bergen. Neben den Schlägern, Tasche und Bällen sind die folgenden Utensilien sehr von Vorteil: Tees (diese Holznägel), Pitchfork (um durch den Ball erzeugte "Dellen" im Grün zu beheben), Handtuch (ehen Schlägertuch - zum putzen der Schläger), Handschuh (sonst Blasen!), Golfschuhe (manche Clubs bestehen darauf).
An dieser Stelle werde ich in den nächsten Wochen eine Dokumentation über meine Fortschritte beim Golf machen. Im November findet ein letzter Crash-Kurs auf einem lokalen Golfplatz statt, bei dem man in 3-4 Wochen alles nötige beigebracht bekommt.
Das fing ja schon mal gut an. Von den 4 Angemeldeten Personen zum Kurs sind außer mir nur noch eine Person erschienen. Der Kurs findet aber trotzdem statt. Nach einer Einführung über Inhalt und Ziel des Kurses ging es dann mit dem Head-Professional Billy Bremner raus auf die Driving Range. Hier wurde uns sehr detailliert Haltung und Technik erklärt. Gut zu wissen, dass man bislang so gut wie alles falsch gemacht hat. Die nächste Stunde ist dann kein Ball weiter geflogen, als ich ihn hätte werfen können - deprimierend! Was ich jetzt schon begriffen habe ist:
der Golfschwung hat nichts mit Kraft zu tun
der Schläger wird nur ganz locker gehalten
mit Physik braucht man erst gar nicht anzufangen - Einstein und Newton haben hier nichts zu melden...
Alles was mir bislang über unelastische Stöße und Kraftimpulse bekant war, schein hier nicht mehr zu gelten. Bis auf die Mikrosekunde in der der Ball getroffen wird ist der Schläger nie gerade ausgerichtet - schwer zu erklären. Ich habe auf jeden Fall keinen Muskelkater in Armen und Schultern, sondern im rechten Knie! (???)
Nachdem ich den zweiten Teil der Schwungtechnik nicht mitmachen konnte (war leider unterwegs), bis ich eben heute mal auf die Driving Range gegangen und habe versucht ein paar Bälle durch die Luft zu befördern. Erstaunlicherweise habe ich noch nicht allzu viel von der letzten Lektion vergessen. Ich war etwa 3 Stunden auf der Range und habe ein paar richtig schöne Bälle geschlagen. Noch ist weder Richtung oder Weite auch nur Ansatzweise konstant, aber zumindest treffe ich den Ball mittlerweile. Diesmal scheine ich auch die Bewegungen besser gemacht zu haben, da mir (fast) nichts weh tut. Den einzigen Schaden hat meine Linke Hand genommen. Jetzt weiß ich endlich wozu dieser Golf-Handschuh gebraucht wird. Natürlich habe ich mir gleich einen geholt - an den zwei Blasen wird das aber leider nichts mehr ändern...
Heute stand Kurzspiel auf dem Plan. Kurzspiel bedeuted drei verschiedene Dinge. Zum ersten, wie mal einen Ball aus dem Sand-Bunker spielt. Zum zweiten, Annäherungsschläge auf das Grün. Und zum letzten, das Putten, also das Einlochen auf den Grün.
Das Bunkerspiel ist am schwierigsten, man darf vor dem Schlag weder Ball noch Sand berühren! Der Schläger trifft dann auch nicht den Ball, sondern den Sand darunter und schleudert dann Sand mit Ball (möglichst) aufs Grün. Das Chippen, also die Annäherungsschläge, ist reine Dosierungssache. Man muss hier die Entfernung und damit den Schwung richtig einschätzen, sonst rollt (oder fliegt) der Ball weit über das Loch hinaus. Das Putten hat am besten funktioniert. Mit einigen Schlägen war ich durchaus zufrieden.
Morgen habe ich die Nachholstunde für vergangenen Donnerstag, dann ist wieder Schwungtechnik auf dem Plan. Ich hoffe ich habe seit dem Wochenende nichts verlernt. Wir werden sehen.
Dies war der Nachholtermin für die zweite Schwungtechnik Lektion. Nachdem ich ja am Wochenende geübt hatte, sah die ganze Sache nicht mehr ganz so traurig aus. Ich habe die Bälle zu über 90% getroffen und die Weiten haben auch gestimmt. Aber die Richtung...ohje ohje...nur wenige Bälle sind auch da hin geflogen, wo ich sie haben wollte. Die meisten haben eine Drehung nach rechts gemacht - also: Hüfte mehr drehen. Dann flogen die Bälle wieder zu flach - also: rechte Schulter tiefer. Gewicht nicht richtig verlagert, Hüfte zu spät, Hüfte zu früh, Arm nicht gerade, Arm nicht genug angewinkelt, Schläger nicht gerollt, Schultern zu hoch, nicht genug Drehung im Körper...
Ihr seht schon, der Golf Schwung ist wie eine Differentialgleichung fünfter Ordnung, für den Laien unverständlich, für den Profi eine schier unendliche Anzahl Möglichkeiten, sein Spiel noch weiter zu verbessern. Morgen geht die Powerwoche weiter - wieder mit Schwungtechnik. Mal sehen ob sich im Schlaf was verbessert hat...
Mir tun langsam die Finger weh. Fühlt sich irgendwie an wie Muskelkater - kann das sein? Zum Glück ist jetzt erst mal wieder ein Tag Golf frei. Da kann sich mein Körper etwas erholen. Diesmal war wieder Schwungtechnik angesagt. Allerdings nicht nur mit einem Schläger, sondern alle der Reihe nach durchprobiert. Meine Bälle fliegen zwar langsam in die Richtung in die ich sie haben will, aber an meinem Schwung hat Billy wieder einiges verändert. Sobald man versucht, etwas an seinem Schwung zu ändern, geht gar nichts mehr. Die Bälle fliegen in alle Richtungen (oder gar nicht), bis man die Bewegung wieder einigermaßen drin hat.
Anschließend habe ich mir das erste Regelkunde Video angesehen. Es müssen hauptsächlich Rechtsanwälte und Mathematiker Golf gespielt haben - für jede Kleinigkeit gibt es andere Regeln. Für jeden Fall gibt es dann noch mehrere Möglichkeiten (allerdings fest definiert) darauf zu reagieren. Begleitet wurden diese Regelerläuterungen von Ausschnitten der TV Übertragung großer Turniere. Es ist beruhigend zu wissen, dass selbst Profis die Regeln nicht immer kennen. Ich habe mir noch das Regelbuch zum üben für die Prüfung mitgenommen. Dabei ist auch eine CD-ROM mit Prüfungsabläufen. Ich habe ja noch eine Woche Zeit um das ganze zu büffeln - oh Schreck, das gleiche habe ich auch immer vor meinen Klausuren gesagt...
Heute stand die erste Platzrunde auf dem Kurzplatz auf dem Plan. Der Kurzplatz besteht nur aus 6 Löchern und hat Längen von ca. 100-250 Metern. Da Anfänger sowiso nicht allzu weit schlagen können, ist der Platz perfekt zum üben geeignet. Der Tag fing schon mal übel an. Ich habe mich auf der Driving-Range warm spielen wollen und mir ist nichts mehr gelungen. Kann es sein, dass ich gestern alles wieder vergessen habe. Oder mache ich einfach nur etwas falsch, das mir momentan nicht auffällt? Ich weiss es nicht. Auf dem Kurzplatz ging es dann anfangs genau so weiter. Ich hätte den Ball besser mit dem Fuss kicken können! Nach den ersten 3 Löchern fing es dann an besser zu werden. Bislang war mein Kurzspiel recht akzeptabel, heute katastrophal, ganz zu schweigen vom letzten Loch der zweiten Runde. Da hat gar nichts mehr funktioniert. Schon beim Abschlag ist der Ball gerade mal 2 Meter weit gehüpft - deprimierend. Ich habe nach der Runde erst mal wieder ca.100 Bälle schlagen müssen, bis wieder alles geklappt hat. Mein Schwung ist immer noch nicht so konstant wie ich es will. Ich muss noch viel zu viel über die einzelnen Bewegungsabläufe nachdenken - um am Samstag morgen läuft es wohl mit dem Denken noch nicht so gut...
Eine gute Nachricht gibt es, ich habe das Regelbuch durchgelesen und bei der nachgestellten Regelprüfung auf der CD-ROM zweimal bestanden. Der Test besteht aus 40 Fragen, die innerhalb von 60 Minuten beantwortet werden müssen. Dabei dürfen maximal 2 Fragen der Etikette und 5 Regelfragen falsch sein. Es ist irgendwie recht ähnlich wie beim Führerschein. Es gibt einen Fragen-Pool von 200 Fragen und die werden in allen Kombinationen verwendet. Kennt man erst mal die Fragen, läuft alles recht gut. Manche Fragen sind allerdings ziemlich unverständlich, da sich alles nur ein kleinen Einzelheiten aufhängt. Naja, mit etwas Übung werde ich zumindest den theoretischen Teil der Prüfung bestehen. Bei der Praktischen sehe ich nach heute allerdings schwarz...
Der zweite Teil der Kurzspiel Lektion war angesagt. Bevor das alles los ging bin ich nochmal auf die Drining-Range und habe ein paar Bälle geschlagen. Hat sogar ganz gut funktioniert. Anschließend ging es mit den anderen weiter zum Bunker, wo wir den Sand - weniger die Bälle - haben fliegen lassen. Pitching genau das gleich - nur hier flog das Gras. Ermutigender lief hingegen das Chipping, also der letzte Schlag auf das Grün. Statt im Lichte der Flutlichtanlage noch Putten zu üben, was bei allen mittlerweile ganz gut funktioniert, haben wir uns lieber zusammen gesetzt und über die Prüfung, die am 29.11. ansteht, gesprochen. Die Aussage des Head-Pro fand ich dabei am besten: "Es ist sauschwer, fast nicht zu schaffen..." - juhuuu - Aufmunterung...
Für die Prüfung müssen 16 Stableford Punkte geschafft werden. Einen Punkt bekommt man, wenn man 4 Schläge über Par liegt. Je besser man wird, desto mehr Punkte bekommt man. Also ok, lasst und mal rechnen: 9 Löcher und ich brauche 16 Punkte, schwerer Kurs, zwei Par3 Löcher... hm, ok ich schließe mich der Meinung des Pro an. Zumindest üben wir jetzt das nächste mal schon auf dem Langplatz und am 30.11. gibt es noch eine zweite Chnace die Prüfung (fast) zu bestehen.
Die restliche Zeit haben wir uns über Möglichkeiten unterhalten in Deutschland auch günstig Golf zu spielen, ohne weitere schwere Prüfungen (VcG) machen zu müssen. Billy (under Pro) hat uns die Möglichkeit erläutert für den Anfang in einem schottischen Club Mitglied zu werden, bis man sich die Mitgliedschaft in einem deutschen leisten kann. Klang ganz gut, ich werde wohl mal das Internet durchpflügen müssen...
Da es normalerweise gegen 16Uhr schon langsam dunkel wird, haben wir das Training heute etwas vorverlegt. Schon um 14.30Uhr sind wir zusammen mit Billy das erste mal auf den "heiligen Rasen von Gleidingen" - sprich den Langplatz.Es fing schon mal katastrophal an. Elf Schläge bei einem Par4 Loch, da Prost Malzeit, das kann ja noch heiter werden. Zwischendrin wurde es etwas besser, das letzte Loch habe ich mit 14 Schlägen allerdings wieder gründlich versaut. Ich hätte nicht gedacht, dass Gleidingen so viele Wasserhindernisse hat. Ich habe 3 Bälle versenkt und einige Zeit im hohen Gras auf der Suche nach meinem Ball verbracht. Lange Schläge gut und schön, aber wenn ich dauernd Strafschläge für verlorene Bälle kassiere, nützt das auch nichts. Ich werde wohl vor der Runde am Samstag nochmal auf der Dring-Range üben. Übrigens war das Endergebnis 5 Punkte - zur Erinnerung, für die Prüfung brauche ich 16!!!
So langsam klagt jeder von uns über körperliche Beschwerden. Alex ist ein Wirbel rausgesprungen und Bruno hat ebenfalls Rückenschmerzen. Ich habe eine leichte Zerrung im rechten Oberarm und meine Finger fangen auch wieder an weh zu tun. Sport ist Mord...
Bereits um 9 Uhr sollte es los gehen. Daher bin ich schon in aller Herrgottsfrühe auf dem Golfplatz in Gleidingen erchienen und habe mich auf der Driving Range warm gespielt. Leider gab es Club interne Kommunikationsprobleme. Eigentlich hätte uns der Assistant-Pro eine Stunde lang Regeln direkt auf dem Platz erläutern sollen, der hat aber gedacht, das macht der Head-Pro -> ergo, wir sind bis 10.30Uhr im Clubheim gesessen und es ist nichts passiert. Nachdem Billy dann kam und das Chaos begutachtet hat, haben wir innerhalb von 10 Minuten schnell die Regelprüfung mit Erfolg hinter uns gebracht. War wirklich kein Problem, es war nur eine Frage dabei bei der ich raten musste. Anschließend sind wir dann auf unsere zweite Runde auf den Langplatz. Das letzte mal war es ja der "rote" Kurs, da der aber belegt war, ging es diesmal auf den "grünen" 9-Loch Kurs. Ich muss sagen, der hat mir viel besser gefallen. Nicht so schwierig und landschaftlich schöner. Vor allem das achte Loch. Hier muss vom Abschlag aus, der Ball auf eine kleine Insel befördert werden. Also gut, Position einrichten, Ball ansprechen, auf den Schwung konzentrieren - wusch - schöner Schlag - und Plums! Einen Meter zu kurz - naja hätte mich ja auch gewundert. Endergebnis dieser Runde: wieder nur 5 Punkte! Aber mein Spiel hat sich verbessert. Ich habe ein paar wirklich schöne Schläge hinbekommen, die durch ein paar wirklich miese Schläge mehr als ausgeglichen wurden. Morgen ist noch eine Chance die 16 Punkte zu erreichen. Ich habe mich aber schon damit angefreundet, die Prüfung in ein paar Wochen nachzuholen. In 3 Wochen kann man Golf einfach nicht lernen, die Technik stimmt, aber die Erfahrung und die Konstanz fehlen einfach...
Ok, it's D-Day - oder besser P-Day - Prüfungstag. Zu uns beiden Kursteilnehmer (die dritte ist seit letztem Donnerstag nicht mehr erschienen), haben sich jetzt noch 4 Nachholer gesellt. Nach der gestrigen Runde bin ich ja erst noch mal auf die Driving Range und habe versucht meinen Schwung wieder in den Griff zu bekommen. Heute ging es beim Aufwärmen dann schon recht gut. Die Bälle sind gerade und weit geflogen und das nahezu jedes mal. Jetzt muss es auf dem Platz nur so weiter gehen, dann habe ich eine Chance.
Einer der Platzwärter, der offensichtlich schon viel geübt hat, ist zu Bruno und mir ins Team gesteckt worden. Wir haben als erste abgeschlagen, die restlichen drei Spieler haben zusammen mit Billy erst mal warten müssen. Erster Abschlag - wummm - schön getroffen, weiter Schlag - ok, der Ball beginnt leicht nach rechts zu ziehen - immer stärker ... tja, der dürfte wohl im Schilf liegen. Toller Anfang. Und so ging es weiter. Ich habe die Bälle teilweise super geschlagen aber oft Pech mit dem Ort der Landung gehabt. Vom Rough ins Wasser - vom Ufer in den Sandbunker - vom Bunker aufs Grün. Das ist auch eine Möglichkeit. Ich bin auf diesem Kurs viel im Rough (also dem naturbelassenen hohen Gras und Buschwerk) geladet, konnte mich aber meißt mit schönen Schlägen befreien. Billy hat und dann auch einige Löcher begleitet und sich das Trauerspiel angesehen. Ich habe zwar mehr Punkte gemacht und mit einigen Schlägen sogar Billy zum staunen gebracht, letztendlich waren es aber trotzdem nur 9 Punkte. Der Platzwärter hat ganze 23 Punkte geschafft. Bruno ging es auf dieser Runde ganz übel, er hat gerade mal einen Punkt für sich verbuchen können. Aber wir hatten unseren Spass und es war eigentlich eine schöne Runde.
Wir haben uns dann wieder im Clubheim getroffen und nochmal mit Billy kurz besprochen wie diese Runde so lief. Letztendlich habe ich schon etwa 90% der Technik aber leider noch zu wenig Platzerfahrung um Entfernungen einschätzen zu können und auch auf unebener Stelle immer einen schönen Schwung zu machen. Er hat dann die Score-Cards (also die Karte, auf dem unser Trauerspiel dokumentiert wurde) eingesammelt und ausgewertet und kam dann mit einer Urkunde für die bestandene Platzreife zurück!!! Ok, drei Möglichkeiten: 1) Er hat eine Karte mit einem falschen Namen erwischt. 2) Kopfrechnen ist nicht sein Ding 3) Er hat von dem Recht gebrauch gemacht als Head-Pro in begründeten Fällen die Platzreife zu erteilen.
Natürlich habe ich ihn gefragt und er hat gemeint, dass einfach noch die Erfahrung fehlt, alles andere aber sichtlich da ist. Letztendlich soll eine Platzreife nur bescheinigen, dass man weiss was man auf dem Golfplatz macht und andere Spieler weder gefährdet noch in ihrem Spielfluss behindert. Ich war ziemlich baff. Zum einen bin ich froh die Prüfung jetzt doch bestanden zu haben, zum anderen ist es ein unverdienter Sieg.
Als nächsten Schritt habe ich mir vorgenommen eine Golfausrüstung zu besorgen und dann mit viel Übung nachzuweisen, dass ich es wirklich kann! Um in einem günstigen internationalen Club Mitglied zu werden, braucht man 3 Score-Cards um sein Handicap nachzuweisen. Diese drei Karten möchte ich auch ehrlich und ohne schlechtes Gewissen nach England schicken können. Da ich keinen Zeitdruck habe, kann ich da ruhig an die Sache ran gehen, zumindest ist jetzt der Druck die PE schaffen zu müssen, von den Schultern genommen.
Das wars! Ich werde von Zeit zu Zeit meine Fortschritte Euch auch weiterhin auf der Homepage informieren.